Künstlerische Gestaltung der Ölbergnische an der Alexanderkirche in Marbach am Neckar

Erster Preis und Beauftragung
Fertigstellung und offizielle Übergabe Mai 2011

Orginalzeitungsartikel der Ludwigsburger Kreiszeitung als Download (PDF)

Artikel "Einsames Ringen mit Not und Leid" als Download (PDF)

Eine offene Wunde verheilt wieder

Michaela Fischer gestaltet die Ölbergnische an der Alexanderkirche – Im Oktober fertig

Die Restaurierung der Alexan- derkirche soll mit der Neuge- staltung der Ölbergnische an der Südseite des Chores abge- schlossen werden. Deshalb hat der Verein zur Erhaltung der Alexanderkirche einen Wettbe- werb ausgeschrieben, an dem fünf Künstler beteiligt waren. Ihre Entwürfe sind über Ostern öffentlich gezeigt worden.

Am Nachmittag des Ostersonn- tags stellten die Vorstandsmit- glieder des Vereins zur Erhaltung der Alexanderkirche, Helmut Sorg, Arnegunde Bärlin und Hartmut Braun, die fünf einge- reichten Entwürfe vor und ga- ben dazu ausführliche Erläute- rungen. Hartmut Braun erinnerte an den ursprünglichen Zustand der Ölbergnische, die er bereits im Jahr 2004 als eine „offene Wun- de“ bezeichnet hatte. Schon im Jahr 1923 waren die bis dahin vorhandenen Holzfiguren, die eine Szene in der Nacht vor der Gefangennahme Jesu am Ölberg darstellten, verkauft worden, um von dem Erlös Chorfenster für die Kirche zu erwerben. Seither sind sie verschollen. Die Rück- wand der Nische zeigte noch bis vor einigen Jahren Reste einer Bemalung, die jedoch durch Graffiti immer wieder verdeckt worden war. Erst seit September 2007 ist die Nische durch ein neues schmiedeeisernes Gitter geschützt, das der Vaihinger Kunstschmied Rolf Allmendin- ger nach historischen Vorbildern geschaffen hat. Die Malerei an der Rückwand säuberte und sicherte im Juni 2008 in präziser Feinarbeit der Restaurator Peter Vollmer. Zur Teilnahme am Wettbe- werb für die Gestaltung der Öl- bergnische wurden eingeladen:

Christoph Feuerstein (Neckar- steinach), Kurt Tassotti (Mühl- acker), Andrea Wörner (Schilt- ach), Joachim Sauter (Stuttgart) und Michaela Fischer (Ilsfeld- Auenstein). Die Ölberg-Thema- tik sei „angesichts der zuneh- menden Einsamkeit der Men- schen heute, ihrer Not, ihrer Zu- kunftsangst und ihrer Erfahrung, in Schicksalsstunden allein ge- lassen zu werden, aber auch die Gewissheit, von Gott gerade in schweren Stunden getragen zu sein“, noch immer aktuell, hieß es in der Ausschreibung. Den Künstlern war es freigestellt, ob sie in ihrer Ölbergszene eine Einzelskulptur oder eine Skulp- turengruppe zeigen wollten, je- doch sollte witterungsbeständi- ges Material wie Bronze, Natur- stein oder Steinguss angewendet werden.

Eine rund 30 Personen umfas- sende Jury entschied im März, dass Michaela Fischer aus Auen- stein-Ilsfeld den Zuschlag be- kommen sollte. Die Ölbergni- sche wird danach mit einer reli- efartig in Bronze ausgeführten Wand ausgestaltet, aus der eine menschliche Gestalt heraustritt, die ebenso als Jesus wie als Sym- bol für den Menschen in Not verstanden werden könne. Auch die schlafenden Jünger sind nur angedeutet. Der Davidstern steht als Symbol für das Leiden Jesu. Im Oktober 2010 wird das Werk von Michaela Fischer ge- gossen und in die Nische einge- fügt. Über die Kosten für das Projekt wurde nichts verlautbart.